Jun 15 2020
Internationale Bestnoten für Deutschlands Corona Management – die Zuversicht kehrt langsam zurück
  • In der internationalen Wahrnehmung, aber auch aus Sicht der eigenen Bevölkerung, hat Deutschland die Krise international mit Abstand am besten gemeistert
  • Mehrheit der Befragten sieht die Auswirkungen der Krise auf Wirtschaft und Gesundheit geringer werden - dafür aber länger andauernd
  • 45 Prozent der Befragten in Deutschland erwarten eine zweite Corona-Welle
  • Deutsche freuen sich auf ihr Büro und sehen zumeist keine größeren Probleme bei der Rückkehr aus dem Home-Office
  • Mehrheit der Bürger erwartet, dass sich Unternehmen nach der Krise deutlich stärker gesellschaftlich engagieren – Umweltschutz verliert dagegen an Bedeutung


München, 15.06.2020 – Deutschland ist Weltmeister – zumindest im Corona-Krisenmanagement. In der internationalen Wahrnehmung, aber auch aus Sicht der eigenen Bevölkerung, hat Deutschland die Krise mit Abstand am besten gemeistert. Das hat die dritte internationale COVID-19-Umfrage von Kekst CNC, der internationalen Beratung für strategische Kommunikation, unter 6.000 Erwachsenen in Deutschland, Großbritannien, Schweden, Frankreich, Japan und den USA ergeben.


Die Bestnoten verteilen nicht nur die Deutschen selbst, sondern auch alle anderen teilnehmenden Länder mit Ausnahme von Schweden und den USA. Befragt, welches Land die Krise gut oder schlecht gemeistert hat, sehen vor allem die Bürger in Großbritannien und in Frankreich Deutschland beim Krisenmanagement ganz vorn (UK: 67 Prozent positiv, 4 Prozent negativ, Frankreich: 66 Prozent positiv, 8 Prozent negativ). Dagegen wird das Krisenmanagement in den USA und Großbritannien von den Deutschen – aber auch international – sehr negativ bewertet (USA: 6 Prozent positiv, 80 Prozent negativ, UK: 12 Prozent positiv, 61 Prozent negativ).

Grafik: Die USA und das Vereinigte Königreich haben die Coronavirus-Krise am schlechtesten gemeistert – während die meisten Länder der Ansicht sind, Deutschland habe die Krise am besten gemeistert.

Hohe Akzeptanz für Merkel

Sehr gute Noten bekommt auch die Politik für ihr Krisenmanagement. Im Urteil der Befragten haben nicht nur der systemrelevante Einzelhandel (netto +60%) und das Gesundheitswesen/ Pharma-unternehmen (netto +51%), sondern auch die Bundesregierung (netto +54%) und die Kanzlerin (netto +48%) einen guten Krisenjob gemacht – das ist auch im internationalen Vergleich eine besonders hohe Akzeptanz. Dabei hat die Bundeskanzlerin netto in jeder einzelnen Region und Altersgruppe, auch bei SPD-Wählerinnen und -Wählern, Grünen und LINKE-Wählerinnen und -Wählern positive Zustimmungswerte. Und obwohl insgesamt negativ, bewerten selbst 30 Prozent der AfD-Wählerinnen und -Wähler ihr Handeln in der Krise als positiv.

Die Zuversicht wächst

Fast drei Monate nach dem Start der Corona-Welle in Deutschland nimmt die Besorgnis über die Auswirkungen des Virus auf Wirtschaft und Gesundheit weiter ab. So zeigten sich noch 54 Prozent der Befragten in Deutschland „sehr besorgt“ über die Auswirkungen der Krise auf die Wirtschaft. Im April lag diese Zahl noch bei 70 Prozent. Gleiches gilt für die Gesundheit der Bevölkerung – wo die Besorgnis von 62 Prozent im April bis Anfang Juni auf 39 Prozent sank. Die gestiegene Zuversicht zeigt sich auch bei der Sorge vor einer zweiten Welle der Pandemie im Verlauf des nächsten Jahres. Derzeit fürchten 45 Prozent der Bevölkerung, also nicht mal jeder 2., den Ausbruch einer erneuten Corona-Welle.

Mit dem positiveren Stimmungsbild sinken auch die Bedenken vor einer Rückkehr aus dem Home-Office. Im Gegensatz zu anderen Ländern sind die meisten Befragten in Deutschland der Ansicht, dass eine Rückkehr ins Büro mit keinen größeren Problemen verbunden ist (36 Prozent). Die Sorge, dass man dadurch mit dem Virus infiziert werden könnte, ist deutlich geringer (29 Prozent).

Trotz des deutlich aufgehellten Stimmungsbildes wächst aber gleichzeitig die Überzeugung, dass das Virus noch auf Jahre hin unser Leben bestimmen wird - mit klaren Konsequenzen insbesondere für die Wirtschaft. So erwarten inzwischen 68 Prozent der Befragten, dass die Auswirkungen der Krise auf die deutsche Wirtschaft mehr als ein Jahr andauern wird. Im April waren es noch 47 Prozent. Auch an eine rasche Erholung der Unternehmen während der Corona-Krise glauben weniger Menschen: waren im April noch 55 Prozent dieser Ansicht, sind es nun noch 48 Prozent.

Klare Botschaft an die Unternehmen: Zusammenrücken

In allen untersuchten Ländern gibt es eine klare Forderung der Öffentlichkeit nach einer Neuordnung der wirtschaftlichen Prioritäten durch die Pandemie. Dabei sehen die Befragten in Deutschland den größten Handlungsbedarf im Bereich soziales Engagement. Von Unternehmen wird erwartet, dass sie ihren gesellschaftlichen Beitrag künftig vor allem dadurch leisten, dass sie die Gesellschaft insgesamt und Einzelpersonen stärker unterstützen. In der Erwartungshaltung der Bürger an Unternehmen rangiert das soziale Engagement (38 Prozent) damit noch vor Maßnahmen für eine bessere Unternehmensführung (27 Prozent) und die Umwelt (18 Prozent).

„Auch wenn das Stimmungsbild sich nach der Corona-Krise aufzuhellen beginnt, werden wir noch lange mit COVID-19 leben müssen. In dieser Phase der anhaltenden Unsicherheit haben Bürger ganz konkrete Erwartungen an Unternehmen: Sie müssen den Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt unterstützen und so zum sozialen Zusammenhalt beitragen. Dass die CEOs dies verkörpern ist wichtiger als deren Medienprominenz. Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Debatte um den Klimaschutz künftig rationaler und weniger ideologisch geführt werden kann. So liegen in dieser Krise auch große Chancen für langfristige Veränderungen zum Positiven.“

Bernhard Meising Co-CEO und Partner von Kekst CNC

Die kompletten Umfrageergebnisse finden Sie unter:

https://www.kekstcnc.com/insights/covid-19-opinion-tracker-edition-3/